Donnerstag, August 11, 2022

Zur 350-Jahr-Feier wird die Klosterkirche renoviert sein

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Wer­ne. Die Reno­vie­rung der Klos­ter­kir­che liegt gut in der Zeit. Die Ein­schrän­kun­gen durch den coro­nabe­ding­ten Lock­down im Früh­jahr waren weni­ger gra­vie­rend, als Pater Romu­ald Hüls­ken zunächst befürch­tet hat­te. „Wir wer­den auf jeden Fall zu Beginn der Jubi­lä­ums­fei­er­lich­kei­ten im Juni 2021 fer­tig sein“, sag­te der Guar­di­an des Kapu­zi­ner­klos­ters. Selbst, wenn es noch eini­ge Ver­zö­ge­run­gen geben sollte.

Anlass für das Jubi­lä­um ist der 350. Jah­res­tag der Grund­stein­le­gung für das Wer­ner Klos­ter am 5. Juni 1671. Zur Fei­er des Tages soll die denk­mal­ge­schütz­te Barock­kir­che in neu­em Glanz erstrah­len. Im Inne­ren der Kir­che muss­ten drei Brenn­punk­te ange­gan­gen wer­den: die Belüf­tung, die Beleuch­tung und die Wandfarbe.

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Aus kon­ser­va­to­ri­scher Sicht stell­te die Fra­ge der Belüf­tung ein beson­ders drin­gen­des Pro­blem dar. „Die Kir­che hat eine Fuß­bo­den­hei­zung; also steigt war­me Luft von unten nach oben und schlägt sich an Käl­te­brü­cken als Luft­feuch­tig­keit nie­der“, erklärt der Bau­lei­ter Heinz Ütter­mei­er. „Man konn­te anhand von dunk­len Kon­dens­strei­fen an der Wand erken­nen, wie hoch die feuch­te Luft gestie­gen ist“, ergänzt Pater Romu­ald. Um das his­to­ri­sche Gebäu­de und sei­ne höl­zer­ne Barock­aus­stat­tung zu schüt­zen, muss­te Abhil­fe geschaf­fen werden.

Das tut eine neue Belüf­tungs­an­la­ge auf dem Dach­bo­den. Sie saugt durch Öff­nun­gen im Gewöl­be die ver­brauch­te Luft an und rei­nigt sie. Die gefil­ter­te Luft wird anschlie­ßend durch die mitt­le­re Gewöl­be­öff­nung wie­der ins Kir­chen­schiff gelei­tet. Wer genau hin­schaut, kann in die­ser Öff­nung spinn­web­ar­ti­ge Füh­ler erken­nen. „Die­se Sen­so­ren mes­sen kon­ti­nu­ier­lich die Luft­feuch­tig­keit und die Raum­tem­pe­ra­tur“, erklärt Ütter­mei­er. Den Wer­ten ent­spre­chend wer­den die Fens­ter auto­ma­tisch geöff­net oder geschlos­sen. „Wenn es drau­ßen schwül ist, blei­ben die Fens­ter zu, damit nicht noch mehr feuch­te Wär­me ins Kir­chen­in­ne­re dringt“, so der Bau­lei­ter wei­ter. Die Luft­re­gu­lie­rung hat noch einen wei­te­ren posi­ti­ven Effekt: Die neue Anla­ge, ent­wi­ckelt von einer Spe­zi­al­fir­ma bei Mün­chen, kann Wär­me­en­er­gie zurück­ge­win­nen. Ütter­mei­er: „Wir spa­ren also im Win­ter Heizkosten.“

Ener­gie­ef­fi­zi­ent sind auch die neu­en Leucht­kör­per. Sie strah­len hel­ler und gleich­zei­tig spar­sa­mer. Außer­dem kön­nen sie so ein­ge­stellt wer­den, dass sich unter­schied­li­che Stim­mun­gen erge­ben. Die­se wie­der­um sind von Fach­leu­ten exakt auf die neue Wand­far­be abge­stimmt wor­den – einen war­men, gebro­che­nen Weiß­ton. „Die Far­be hat Quar­z­an­tei­le: Wenn Licht dar­auf fällt, leuch­tet sie etwas“, erklärt Horst Neu­mann, Restau­ra­tor bei der Müns­te­ra­ner Fir­ma Dorn­he­ge-Tewes. Die bis­lang schwarz ein­ge­fass­ten Fens­ter­ni­schen wer­den eben­falls in der neu­en Far­be gestri­chen; das vor­kra­gen­de Gesims ober­halb der Fens­ter wird farb­lich auf die Altä­re abge­stimmt. Neu­mann und sei­ne Mit­ar­bei­ter ver­wen­de­ten aus­schließ­lich mine­ra­li­sche Far­ben des Her­stel­lers Keim. „Die sind füh­rend in der Pro­duk­ti­on denk­mal­ge­schütz­ter Far­ben ohne Kunst­stoff­an­tei­le“, berich­tet Üttermeier.

Wann genau die Kir­che wie gewohnt zugäng­lich sein wird, kann Pater Romu­ald nicht exakt ter­mi­nie­ren. „Ange­sichts der aktu­el­len Ent­wick­lun­gen wis­sen wir nicht, ob noch­mal mit Ein­schrän­kun­gen zu rech­nen ist“, sagt er. Von einer ver­trau­ten Ein­rich­tung müs­sen sich die Kirch­gän­ger ver­ab­schie­den: Den Schrift­stand hin­ten in der Kir­che wird es nicht mehr geben. „Der ist kaum noch genutzt wor­den“, so der Guar­di­an. Statt­des­sen soll an der Wand eine neue Iko­ne hän­gen. Sie zeigt den seli­gen Kapu­zi­ner­pa­ter Ani­zet Koplin. Er starb 1941 als Mär­ty­rer des NS-Regimes in Auschwitz.

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