Den Kreisverkehr an der Münsterstraße/Burgstraße/Becklohof können Radfahrer gleichberechtigt nutzen. Foto: Gaby Brüggemann
Den Kreisverkehr an der Münsterstraße/Burgstraße/Becklohof können Radfahrer gleichberechtigt nutzen. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Die Verbesserung des Radverkehrs in Werne haben sich die Initiative Radverkehr (IR) und die Ortsgruppe des ADFC auf die Fahnen geschrieben. Im Vorfeld der Kommunalwahlen am 13. September haben die Mitglieder um die Sprecher Holger Bergemann (IR) und Winfried Hoch (ADFC) mit Wahlprüfsteinen ausgelotet, welche Positionen und Ziele Parteien und Bürgermeisterkandidaten in Sachen Radverkehr formulieren. Jetzt liegen die Antworten vor und können auf der Webseite www.radverkehr-werne.de in voller Länge nachgelesen werden.

Mit dem Rücklauf der Aktion zeigte sich Holger Bergemann gegenüber WERNEplus „sehr zufrieden.“ Alle Parteien haben geantwortet, ebenso zwei der drei Kandidaten um das Bürgermeisteramt, Amtsinhaber Lothar Christ (parteilos) und Benedikt Striepens (Bündnis 90/ Die Grünen). CDU-Bürgermeisterkandidat Dominik Bulinski verwies in seiner Antwort auf die Positionen seiner Partei.

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Angesichts des guten Rücklaufs und der ernsthaften Auseinandersetzung der Parteien und Kandidaten mit dem Thema sehen IR und ADFC den Zweck der Wahlprüfsteine erfüllt. Ihnen sei zurückgemeldet worden, so Bergemann, dass es den Befragten oft gar nicht so leicht gefallen sei, Antworten auf die konkreten Fragen zu formulieren. „Offenbar haben wir mit unseren Fragen beim einen oder anderen erst den Anstoß gegeben, sich gedanklich mit dem Radverkehr auseinanderzusetzen“, hieß es.

Die Streiter für eine Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer in Werne fordern eine Steigerung dessen auf 40 Prozent (Modal split bildet den Anteil der verschiedenen Verkehrsteilnehmer an allen Wegen ab). Auch eine personelle Aufstockung in der Verwaltung für den Bereich Radverkehr halten sie für dringend geboten. „Denn die Erfahrung aus anderen Städten lehrt, dass Radverkehrskonzepte in der Schublade verschwinden, wenn das benötigte Personal in der Verwaltung nicht vorhanden ist“, resümieren sie in der Pressemitteilung. Dazu braucht es politischen Gestaltungswillen, betonte Bergemann. Gerade bei diesem Punkt gebe es deutliche Unterschiede in den Positionen.

Mehr Übereinstimmung lieferten die Ergebnisse bei der Frage nach dem Anteil des Radverkehrs. Einer älteren Erhebung zufolge liege der in Werne bei rund 21 Prozent, erläuterte Bergemann sinngemäß. In der Mitteilung heißt es dazu: „Erfreulich ist, dass sich fast alle Parteien dazu bekennen, den Anteil des Radverkehrs im Modal Split in Werne erhöhen zu wollen. Mit einer Ausnahme allerdings: Ausgerechnet die in Werne traditionell starke CDU glaubt nicht daran, dass dem Radverkehr im ländlich geprägten Werne künftig eine größere Bedeutung als heute zukommen wird. Dabei belegen doch ländlich geprägte Städte etwa im Kreis Borken, dass dies nicht stimmt: Der Radverkehr hat in Ahaus, Vreden oder Stadtlohn einen Anteil am Modal Split von rund 40 Prozent!“

Die Defizite der Radverkehrsinfrastruktur hätten die Befragten der Werner Parteien, die um den Einzug in den Rat kämpfen, gleichwohl erkannt und „die fehlenden, zu schmalen bzw. unterbrochenen Radwege entlang der Hauptverkehrsstraßen nach Stockum, Lünen oder Rünthe, oder den maroden Zustand mancher Radwege im Stadtgebiet“ im Blick.

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