Nähen und dabei helfen - das ist die Grundidee von Marlies Förster und ihren Mitstreiterinnen. Foto: ZWAR
Nähen und dabei helfen - das ist die Grundidee von Marlies Förster und ihren Mitstreiterinnen. Foto: ZWAR
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Werne. Vor rund einem Jahr entschied sich Hobbynäherin Marlies Förster, eine Gruppe zu gründen, die Menschen in besonderen Situationen hilft. Heute tragen rund 30 Krebserkrankte selbstgemachte Mützen der ZWAR Nähgruppe und Tausende Patienten in Krankenhäusern können sich mit einer Mund-Nasen-Maske aus Stoff schützen. „Wir wollten von Anfang an nichts nähen, was dann irgendwo verschenkt wird, sondern anfragen, wer Hilfe braucht“, sagt Förster. Sie nahm Kontakt mit dem Krankenhaus Werne und der Onkologiestation Lünen auf.

Schon bald kamen die ersten Anfragen: Mützen und Autogurtkissen für die Chemopatienten, Wärmedecken und Handwärmer für Menschen im Rollstuhl. Da es kein Budget gab, mussten Stoffspenden her. Neben zahlreichen Unternehmen spendeten Privatpersonen nach einem Aufruf auf WhatsApp jede Menge Jersey und Baumwolle. „Meine Wohnung war überfüllt mit Stoffen“, erinnert sich Förster. Auch Kindergärten stellten nach und nach die ersten Anfragen: Puppenbekleidung, Körnerkissen und Kühlkissenhüllen. Für Seniorenheime nähten die Frauen Untersetzer und Nestelkissen, die die Motorik anregen. Alles in gemütlicher Runde, in der jede von jeder lernen konnte.

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Im März kam dann mit der Pandemie der nächste große Auftrag für die Hobbynäherinnen: Tausende Mund-Nasen-Masken wünschten sich Krankenhäuser und andere Einrichtungen, wie die Freiwillige Feuerwehr. „Unsere Grundgruppe ist bei diesem Projekt von zehn auf 60 gewachsen. Das war Fließbandarbeit vom Feinsten“, sagt die 62-Jährige. Und diese Arbeit habe sich gelohnt: 10.000 selbstgenähte Masken konnte die Nähgruppe spenden.

Während des aktuellen Lockdowns ist es den Frauen nicht möglich, sich in der Gruppe zu treffen. „Zuletzt sahen wir uns im Sommer, da haben wir im Garten zusammen genäht“, so Förster. Trotz Abstand und fehlender Gesellschaft gibt es heute 20 aktive Näherinnen, die auf eigene Faust nähen. Förster erhält die Stoffspenden und sortiert sie in kleine Pakete, die die Gruppenmitgliederinnen abholen können. „Auf diese Weise können wir uns die Zeit vertreiben und haben auch in dieser Zeit eine Aufgabe“, findet Förster. Schließlich gäbe es noch jede Menge Aufträge: Vom Herzkissen für Krebserkrankte bis hin zu kleinen Geschenken für die Neuankömmlinge.

Gut erhaltene Stoffe und neue Mitglieder sind erwünscht. Interessierte können über die ZWAR-Webseite zwar-werne.de/naehen Kontakt aufnehmen. ZWAR – Zwischen Arbeit und Ruhestand umfasst allerlei Projekte von Menschen, die ihren Ruhestand aktiv gestalten wollen.

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