Die Stolpersteine in Werne, hier am Roggenmarkt, wurden zum Gedenken mit Kerzen beleuchtet. Foto: Wagner
Die Stolpersteine in Werne, hier am Roggenmarkt, werden wie schon zum Gedenken an die Reichspogromnacht beleuchtet. Foto: Wagner
Anzeige

Werne. Seit vielen Jahren lädt die Stadt Werne am ehemaligen Standort der jüdischen Synagoge Bürgerinnen und Bürger zu einer Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die Ereignisse des 9. November 1938 ein. Damals fielen Nazischergen und –anhänger in ganz Deutschland u.a. auch in Werne über jüdische Mitbürger her. Sie schlugen, drangsalierten und ermordeten Juden, plünderten deren Geschäfte und die jüdischen Synagogen, steckten diese in Brand und verbreiteten antisemitische Parolen.

Angesichts der erheblichen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit auf Grund der Corona-Pandemie sei dies in diesem Jahr in der gewohnten Form nicht möglich, teilte die Stadt Werne mit. Gleichwohl legte Bürgermeister Lothar Christ in Fortsetzung der langjährigen Tradition an dieser Stelle einen Kranz nieder, um an diese schrecklichen Vorkommnisse vor nunmehr 82 Jahren zu erinnern. „Wir möchten an diesem Tag an die Verbrechen gegen jüdische Mitbürger und die Verfolgung und Ermordung von Juden unter der Naziherrschaft erinnern“, so der Bürgermeister und weiter führt er aus: „Dieses Erinnern ist nicht nur notwendig, weil es die Trauer und die Scham über die damaligen Taten zum Ausdruck bringt, sondern auch, weil es zur permanenten Wachsamkeit und zu Anstrengungen auffordert, die Wiederholungen in Zukunft verhindern sollen“.

Anzeige
Bürgermeister Lothar Christ (vorne) und sein Stellvertreter Norbert Weißner legten einen Kranz am Standort der ehemaligen Synagoge ab. Foto: Viefhues
Bürgermeister Lothar Christ (vorne) und sein Stellvertreter Rolf Weißner legten einen Kranz am Standort der ehemaligen Synagoge ab. Foto: Viefhues

Wie berechtigt diese Aufforderung ist, habe sich auch in der jüngeren Vergangenheit immer wieder gezeigt, als es zu antisemitischen Übergriffen kam, sei es bei Angriffen auf Kippa tragende Juden, auf Synagogen, jüdische Restaurants und andere Einrichtungen oder auch durch üble Verunglimpfungen im Internet. Dass all dies nicht hinnehmbar ist, soll auch durch die Kranzniederlegung und die damit verbundene Erinnerung an den 9.November 1938 zum Ausdruck kommen. Bürgermeister Christ wurde bei der Kranzniederlegung begleitet durch den am vergangenen Dienstag neu gewählten stellvertretenden Bürgermeister Rolf Weißner.

An diesem Gedenktag sollen in Werne auch die sogenannten „Stolpersteine“ in das Bewusstsein gerückt werden. Jeder der 35 Stolpersteine wird mit einem Kerzenlicht erleuchtet. Zudem wird ein Flyer virtuell unter www.werne.de vorgestellt, der das Thema „Stolpersteine in Werne“ darstellt und erklärt.

„Mit diesen kleinen Gesten“, so Christ, möchten wir auch in diesem Jahr ein Zeichen gegen das Vergessen setzen.“

Anzeige