Die Studenten Ihsam Vural und Fatih Hamut vom Verein Chancenwerk helfen Kindern von weiterführenden Schulen dabei, durch Corona entstandene Lücken zu schließen. Auf den individuell abgestimmten Förderunterricht am Morgen folgt Ferienspaß am Nachmittag. Foto: Gaby Brüggemann
Die Studenten Ihsam Vural und Fatih Hamut vom Verein Chancenwerk helfen Kindern von weiterführenden Schulen dabei, durch Corona entstandene Lücken zu schließen. Auf den individuell abgestimmten Förderunterricht am Morgen folgt Ferienspaß am Nachmittag. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Pauken in den Ferien? Das ist für 17 Mädchen und Jungen von den weiterführenden Werner Schulen gar nicht so schlimm. Denn im Ferienförderprojekt in der Marga-Spiegel-Schule können sie noch bis zum Ende der Sommerferien mit Hilfe des Vereins Chancenwerk Leistungsnachteile ausgleichen, die die lange Corona-Pause hinterlassen hat. In dem dreiwöchigen Förderprojekt wird aber nicht nur gelernt. Nachmittags stehen im Jugendzentrum JuWeL Freizeitaktivitäten und Spiele auf dem Stundenplan, damit auch der Ferienspaß nicht zu kurz kommt.

Der Lionsclub Werne in Westfalen und die Stadt Werne hatten das Bildungsprojekt mit jeweils 5.000 Euro unterstützt, um Kinder, die wegen Corona keinen Zugang zur Bildung hatten, mit individueller Betreuung auf das neue Schuljahr vorzubereiten. Zusätzlich fließen Landesmittel in das Projekt, das Schüler, Eltern und Schulen gleichermaßen zugute kommt. Die Jugendhilfe Werne stellt ihrerseits einen Sozialarbeiter und Ferienaktionen zur Verfügung.

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An den Vormittagen sorgen die Studenten Fatih Hamud und Ihsam Vural vom Chancenwerk e.V. dafür, dass die Jungen und Mädchen den Anschluss in den Hauptfächern Mathe, Deutsch und Englisch nicht verpassen. Eines sei sehr auffällig, betonte Hamud im Gespräch mit WERNEplus. „Die Kinder haben gelernt“, schilderte er, dass die Corona-Zeit erkennbar zum Lernen genutzt wurde.

Die unterschiedlichen Lernstände der Kinder werden von den Mitarbeitern des Chancenwerks mit einem Testprogramm ermittelt. Aus den Ergebnissen lasse sich der Lernstand ablesen und für jedes Kind werde so ein eigens abgestimmtes Lernheft erstellt, erklärte der Lehramtsstudent.

Außerdem können die Kinder selbst wählen, welchen Aufgaben in welchem Fach sie sich gerne widmen wollen. Anhand der drei Aufgabenlevel wird der eigene Lernerfolg für jeden Schüler transparent gemacht.

Die Kinder lernen in zwei Gruppen von 9 bis 11 und von 11 bis 13 Uhr. Dann folgt ein gemeinsames Mittagessen in der Mensa und anschließend der Freizeitteil im JuWeL. Das Förderprojekt dauert noch bis zum 7. August.

Der Verein Chancenwerk ist bundesweit aktiv und trägt dazu bei, Chancenungleichheit zu vermeiden oder abzumildern. Anders als beim zeitlich begrenzten Förderprojekt in Werne sei man andernorts im Schulalltag dauerhaft verankert und helfe am Nachmittag Schülern, die den Anschluss verloren haben. Oftmals würden auch ältere Schüler in den Förderunterricht eingebunden.

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