Pater Tobias hat am Sonntag allen Grund zum Feiern. Foto: Gaby Brüggemann
Pater Tobias hat am Sonntag allen Grund zum Feiern. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Sein goldenes Priesterjubiläum hat Pater Tobias Link schon am 2. August in seiner Heimat- und Taufkirche in Laudenbach im Kreis Mergentheim in Württemberg gefeiert. „Das war ein ganz besonderer Tag, vergleichbar mit der goldenen Hochzeit von Eheleuten“, erinnert er sich in dieser Woche im Gespräch mit WERNEplus gern an die schönen Stunden zurück. In Zeiten von Corona blieb man im kleinen Kreis. Eine gemeinsame Wanderung bei bestem Wetter und ein Ständchen von Neffe und Großneffe auf der Trompete blieben dem Jubilar im Gedächtnis.

Am Sonntag, 20. September, steht ihm zu Ehren nun eine Festmesse in der Pfarrkirche St. Christophorus, die um 9.30 Uhr beginnt, an. Für die Möglichkeit, die Festmesse in der Pfarrkirche feiern zu dürfen, ist Pater Tobias dankbar, denn bekanntlich wird die Klosterkirche aktuell umfassend saniert. Im Anschluss, so Pater Tobias, der als Hubert Link geboren wurde und wie er sagt „auf die 80 zugeht“, will er mit den drei Mitbrüdern des Kapuzinerklosters und einigen Gästen den besonderen Anlass feiern.

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Nach einer Ausbildung zum Krankenhaus-Seelsorger in Heidelberg widmete sich Pater Tobias für viele Jahre dieser Aufgabe, war beispielsweise in Münster in der Raphaelsklinik und im Clemens-Hospital für Kranke und Sterbende da. „Da sieht man den Ernst des Lebens“, sagt der Pater, der in der Begleitung aber auch „eine schöne und wichtige Aufgabe“ sieht. Dies fordere aber auch großen Einsatz.

Seit mehr als vier Jahren lebt Pater Tobias im Werner Kapuzinerkloster und fühlt sich hier wohl. Nachdem er vor 50 Jahren seiner Berufung zum Priester gefolgt ist, kamen auf seinem Lebensweg immer mehr Stationen in verschiedenen Klöstern hinzu. Im Schwarzwald nahe der Schweizer Grenze blieb er beispielsweise 15 Jahre und hat schon in fünf Bistümern für seinen Orden gewirkt. Dazu zählten Münster und Oberhausen, berichtet der Kapuzinerpater und, dass er mit dem „angenehmen Menschenschlag“ auskomme. „In Werne wird das Kloster von der Bevölkerung getragen, ein guter Ort“, betont er und nennt die vielfältige Unterstützung, die dem Kloster zuteil wird. Besonders der „wunderschöne Klostergarten“, der von der Gartengruppe liebevoll gepflegt wird, hat es dem Pflanzenfreund angetan, der die Blütenfülle auch gern mit seiner Fotokamera festhält. Neben dem Interessen an Pflanzen und seinem Hobby, dem Fotografieren, widmet sich der vielseitig interessierte Pater dem Malen. Nach der Aquarelltechnik probiere er nun im VHS-Kurs auch das Malen mit Ölfarben.

Im Kreise seiner Mitbrüder, Guardian Pater Romuald sowie den Patres Wolfgang und Gisbert, fühlt er sich wohl. Sie seien alle sehr unterschiedlich, aber teilten die gemeinsame Berufung, schildert er das Zusammenleben in den Werner Kloster. Hier beherbergen die Kapuziner immer wieder auch Pilger, die auf dem Jakobsweg rasten. Wegen Corona seien dies nicht mehr so viele wie zuvor, aber pro Woche übernachteten meistens ein bis zwei Pilger im sogenannten Pesthaus des Klosters.

Die Versetzungen, die im Kapuzinerorden vorgesehen sind, und zumeist im Abstand von zehn Jahren erfolgen, seien nicht immer leicht. Besonders nach der ersten Station sei ihm der Abschied schwer gefallen. Später aber habe er sich daran gewöhnt. In den Klöstern gebe es nun auch Nachwuchsmangel und so manche seien auch schon geschlossen worden, bedauert Pater Tobias. Auch in Werne gebe es inzwischen keine Messdiener und Klosterjugend mehr.

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