Teil 2 des Interviews mit Dr. Michael Detering folgt am Sonntag, 8. November.
Dr. Michael Detering entwickelt den weltweit größten Surfpark auf dem Zechengelände und hat sich schon mehrfach den Fragen zum Projekt gestellt - zuletzt im Live-Stream der Stadt Werne Mitte Mai. Foto: Wagner
Anzeige

Werne. Im Frühjahr und Sommer ein Freizeitpark, im Herbst und Winter eine Forschungsstation: Auf dem ehemaligen Zechengelände in Werne läuft derzeit das Planungsverfahren zum größten Surfpark der Welt. Die SURF WORLD soll 2023 an den Start gehen und die Lippestadt mit einer überregionalen bedeutsamen Sport-, Veranstaltungs- und Freizeitanlage touristisch aufwerten. Hier kommt Teil 2 unserer Interviews mit Projektentwickler und Investor Dr.-Ing. Michael Detering.

Stichwort Verkehr. Wird der erwartete Besucherstrom nicht für einen Kollaps auf der „Jockenhöfer-Kreuzung“ sorgen?

Anzeige

Das Verkehrsgutachten liegt vor. Es geht von der Autobahn und bis Werne-Zentrum, Verkehrszählungen inklusive. Durch den Brückenneubau wird die Kamener Straße etwas breiter. Die Stoßzeiten im Surfpark-Betrieb sind nicht gleich dem Berufsverkehr. Deshalb hält die Kreuzung dies aus. 200.000 Besucher im ersten Bauabschnitt und später 300.000 hört sich sehr viel an. Aber auf das Jahr verteilt geht es. Jeder neue große Supermarkt verursacht mehr Verkehr. Der Besucherparkplatz wird mehr als die 300 Parkplätze erhalten, die das Verkehrsgutachten ergeben hat. Für Mitarbeiter entstehen 20 Plätze an der Verlängerung der Flöz-Zollverein-Straße. Andere Zufahrten sind nicht geplant, die Lippestraße spielt überhaupt keine Rolle. Die Flöz-Zollverein-Straße benötigen wir nur für den Anlieferverkehr der Gastronomie, der Mitarbeiter und als Rettungsweg. Auch der Lippe-Radweg bleibt erhalten, wir planen sogar einen Ausbau.

Für den geplanten Parkplatz werden aber einige Bäume weichen müssen, oder?

Ja, es kommen aber wieder Bäume drauf, denn den Parkplatz möchten wir beschattet haben. Ausgleich schaffen wir zudem auf dem Parkgelände.

Kritiker befürchten, dass durch die Wellenrotation Erderschütterungen entstehen, da ja unterirdisch Kohle abgebaut wurde. Was sagen Sie dazu?

Wir hören inzwischen die unglaublichsten Geschichten über diverse Phänomene, jedoch kann ich hier beruhigen: Setzungen aus dem Steinkohlenbergbau sind im Schnitt sieben Jahre nach Abbau abgeklungen. Der Betrieb an der Zeche wurde vor über 45 Jahren eingestellt, im Schachtbereich schon deutlich länger nichts mehr abgebaut. Mit wirklichen Setzungen ist deshalb nicht mehr zu rechnen. Das hat mit unserer Anlage aber nicht einmal etwas zu tun.

Zu Erd-Erschütterungen: Bei uns enden einfach Wellen am Ufer, das auf kürzerer Strecke als am Meer. An der Nordsee branden Wellen kilometerlang an der Küste. Durch die Wellenbewegung werden dabei keine Erdbeben verursacht.

Zur Person: Dr.-Ing. Michael Detering

Dr. Michael Detering, Jahrgang 1968, hat seine Jugend am Niederrein verbracht und ist der Liebe wegen vor rund 25 Jahren nach Werne gezogen. Inzwischen haben seine Frau und er drei große Söhne. Der Ingenieur hat bei einem großen Energieunternehmen das Asset Management Wasserkraft für über 80 Kraftwerke in sechs europäischen Ländern aufgebaut und viele Jahre geleitet. Er ist Lehrbeauftragter der RWTH Aachen und in zahlreichen Fachgremien aktiv. Außerdem hat Detering das Umwelttechnik-Unternehmen D-Sediment zur Lösung von Sedimentationsproblemen an Gewässern gegründet.  Er hat über 20 Jahre Erfahrung und Verantwortung in der Wasser-, Energie- und Umweltwirtschaft sowie zahlreiche Patente in der Wasser- und Umwelttechnik. 2015 wurde er für den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft nominiert. Daneben ist er freiberuflicher Berater. Privat leidenschaftlicher Schwimmer, zum Surfen erst nach dem Besuch eines Surfparks in Wales gekommen. Danach folgte die Ideenentwicklung zum größten Surfpark der Welt in Werne.

Teil 3 des Interviews mit Dr. Michael Detering folgt Anfang der nächsten Woche.

Anzeige