Theres und Georg Glitz-Ehringhausen im neuen Verkaufsraum der Brennerei. Foto: Gaby Brüggemann
Theres und Georg Glitz-Ehringhausen im neuen Verkaufsraum der Brennerei. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Mit feiner Nase, ausgeprägtem Geschmackssinn und viel Gespür für Aromen widmen sich die Geschwister Theres und Georg Glitz-Ehringhausen dem alten Handwerk der Kornbrennerei. 2012 haben sie die Brennerei auf dem Hof der Familie am Ehringhauser Weg übernommen und feilen seither mit Leidenschaft und Kreativität an der Herstellung edler Spirituosen. Das „etwas verstaubte Image des Korns“ haben sie ordentlich durchgepustet und mit ihren hochwertigen Produkten neuen Glanz verliehen. Früher habe es rund 800 Brennereien in NRW gegeben, jetzt seien es nur zwölf bundesweit, berichten sie im Gespräch mit WERNEplus.

Vor einigen Wochen beim „World Spirit Award“ in Österreich gab es nun internationale Anerkennung. Die eingereichten Produkte aus der westfälischen Brennerei überzeugten die Jury und bescherten Theres und Georg Glitz-Ehringhausen gleich mehrere Gold- und Silbermedaillen. Als echtes Spitzenprodukt ragte der im Eichenfass gereifte Kornbrand „Der kleine Lord Nummer 4“ hervor und setzte sich so unter Produkten aus internationalen Brennereien durch, die teilweise schon seit 100 oder 200 Jahre bestehen.

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„Das ist eine schöne Bestätigung“, freuen sich die Geschwister über den Erfolg. Gerne wären sie zur Preisverleihung gereist, einfach auch, um sich mit den internationalen Teilnehmern aus Europa, Japan oder Südamerika auszutauschen. In Zeiten von Corona war das allerdings nicht möglich und so kamen die Medaillen per Post nach Ehringhausen.

„Kraftvoll duftend nach torfigem Rauch, Zartbitterschokolade und süßer karamellisierter Kirsche. Cremig, aromatisches Mundgefühl“, urteilte die Fachjury und kürte den kleinen Lord Nummer 4 zum „Spirit of the Year 2020“. Von 500 eingereichten Produkten erreichten nur 14 diese Auszeichnung in verschiedenen Kategorien wie Korn, Obstbrand oder Whiskey.

„Das ist als Standortbestimmung sehr wichtig“, sehen sich beide auf ihrem Weg bestätigt. Ihr Großvater Heinrich Glitz und dessen Bruder Josef hatten die Brennerei 1962 gegründet. Dinkelbrand, Roggenkorn, Gin, Schlehengeist oder Liköre kommen an, das lässt sich nicht nur an dem Interesse an Führungen und Tastings ablesen. Tatsächlich wecken die hochwertigen Spirituosen aus limitierten Abfüllungen auch bei jungen Leuten bereits die Sammelleidenschaft. Das sei schon ähnlich wie beim Whiskey, hieß es weiter.

Die Fortsetzung der Geschichte über die Brennerei folgt am Montagabend.

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