Der Tank im Dahlkamp wurde gekühlt, was nach kurzer Zeit Wirkung zeigte. Foto: Feuerwehr Werne
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Am vergangenen Samstag musste sich die Freiwillige Feuerwehr Werne gleich mit zwei Einsätzen befassen, die durch ungewollte Gassaustritte verursacht wurden:

Um 9:10 Uhr wurde der Löschzug 1 der Freiwilligen Feuerwehr Werne mit dem Stichwort „F_BMA“ zum Historischen Rathaus in die Stadtmitte alarmiert. Hier war die automatische Brandmeldeanlage aufgelaufen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte ergab die Erkundung und ein Gespräch mit der Belegschaft des Gastronomiebetriebes, dass im Keller Kohlenstoffdioxid (CO2) aus einer undichten Zapfarmatur ausgeströmt sei und deshalb vermutlich der CO2-Melder angesprochen habe. Der Betreiber habe die betroffene Flasche aber gleich schließen können.

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Ein Trupp unter Atemschutz wurde mit einem Messgerät ausgestattet, um im Keller die Situation zu erkunden. Mit dem Messgerät konnte keine schädliche Konzentration von Schadgasen festgestellt werden. Wohl aber hatten durch das Ereignis gleich zwei Rauchwarnmelder der Brandmeldeanlage ausgelöst. Vermutlich hat sich das Kohlenstoffdioxid beim Austritt stark abgekühlt und gemeinsam mit der feuchten Luft im Keller einen Nebel gebildet. Der wiederum hat dann die Rauchwarnmelder ansprechen lassen.

Der Einsatz konnte mit der Übergabe an die Betreiber gegen 9:35 Uhr beendet werden. Im Einsatz waren 16 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit vier Fahrzeugen, die Polizei und der Rettungsdienst Werne.

Um 19:02 wurde der Löschzug 1 der Freiwilligen Feuerwehr Werne mit dem Einsatzstichwort „TH_Gas – Gasaustritt aus Flüssigkeitstank 5.000 Liter“ in den Dahlkamp alarmiert. Beim Eintreffen kühlten die Bewohner den Tank mit Hilfe eines Gartenschlauches, der Flüssiggas-Geruch war jedoch deutlich wahrzunehmen. Daher wurden die Anwohner aus dem Gefahrenbereich entfernt. Denn die üblicherweise als Flüssiggas verwendeten Gase Propan und Butan sind schwerer als Luft und könnte sich um den Tank anreichern. Dort wäre dann die Explosionsgefahr vergleichsweise hoch, wenn sich ein kritisches Gas-Luftgemisch bildet.

Mit Hilfe eines Trupps unter Atemschutz wurde die Lage weiter erkundet. Ein Überdruckventil hatte offensichtlich ausgelöst, das austretende Gas war deutlich erkennbar. Mit einem Messgerät und einer Wärmebildkamera wurde die Situation weiter überprüft, während gleichzeitig ein Löschangriff aufgebaut wurde. Mit Hilfe des Wassernebels wurden zwei Effekte erzielt: Zum einen wurde der Druck im Tank durch die Kühlung reduziert. Kurze Zeit später schloss sich das Überdruckventil daher selbstständig. Gleichzeitig wurde durch den Wassernebel das Gas-Luftgemisch verwirbelt, so dass die Gaskonzentration in der Umgebung schnell sank.

Parallel wurde der Gaslieferant über den Einsatzleitwagen kontaktiert. Es wurde festgestellt, dass der Tank am vergangenen Freitag befüllt wurde. Anders als vorgesehen, wurden aber nicht nur 85 % der Füllmenge, sondern 100 % eingefüllt. Durch die hohen Temperaturen und die ganztägige Sonnenbestrahlung wurde der Druck im Tank offenbar so hoch, dass das Sicherheitsventil ausgelöst hatte.

Der Lieferant versprach am heutigen Sonntagmorgen Abhilfe zu schaffen und die überschüssige Menge an Gas aus dem Tank abzupumpen. Da der Druck nach der Kühlung nur noch bei 5 bar (anstatt über 18 bar beim Eintreffen) lag, es gegen Abend hin auch keine hohen Temperaturen mehr geben würde, wurde die Einsatzstelle gegen 19:45 Uhr an die Betreiber übergeben. Im Einsatz waren 24 Einsatzkräfte mit fünf Fahrzeugen, der Rettungsdienst und Notarzt aus Werne sowie die Polizei.

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