Nur noch zwei bis drei Wohnungen im Projekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ sind zu haben. Andreas Drohmann, Christine de Sousa Novo und Winfried Hoch (v.l.) hoffen auf weitere Mitmacher. Foto: Gaby Brüggemann
Nur noch zwei bis drei Wohnungen im Projekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ sind zu haben. Andreas Drohmann, Christine de Sousa Novo und Winfried Hoch (v.l.) hoffen auf weitere Mitmacher. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Einige „Mitmacher“ fehlen noch, dann könnte es auch schon losgehen mit dem Wohnprojekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ an der Ecke Jüngststraße / Becklohhof in Werne. Innenstadt und Bahnhof sind von dem ehemaligen Pfarrgarten mit altem Baumbestand fußläufig zu erreichen. Die Mitmacher, sprich Mitglieder der Bauherrengruppe, sind mehr als Käufer und wollen nachbarschaftliches Wohnen realisieren und mitgestalten. 25 Wohnungen der insgesamt 32 Einheiten haben bereits Besitzer gefunden, informierten Andreas Drohmann, Christine de Sousa Novo und Winfried Hoch jetzt im Gespräch mit WERNEplus zum Stand der Dinge.

Für zwei große oder drei kleine Wohnungen werden aktuell noch Interessenten gesucht, die sich dem Mehrgenerationenprojekt „mit Herz für den Nachbarn“ anschließen möchten. Dann wäre die Quote für den Baustart erfüllt. Für die verschiedenen Wohnungszuschnitte zwischen 47 bis 107 Quadratmetern gebe es bereits einige, teils sehr interessierte Bewerber, so Drohmann.

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Ansonsten sind für den Bau von Wernes erster Klimaschutzsiedlung alle Vorbereitungen getroffen.

„Die Baugenehmigung und alle Gutachten liegen vor, die Gespräche mit der Stadt sind geführt. Das Grundstück ist vorbereitet, Firmenangebote eingeholt und der Vermesser war auch schon da“, versicherten die Drei vor dem Bauschild, dass die Hausaufgaben gemacht seien. Die Mitmacher sind keine Investoren und legen sich mindestens für die Bauzeit als Mitglieder der Baugruppe fest.

Auf dem ehemaligen Pfarrgrundstück soll in Kooperation mit dem Architektenbüro Thiel aus Münster eine Wohnanlage entstehen, die Jung und Alt in einer lebendigen Nachbarschaft zusammenführt, aktive Mitgestaltung ermöglicht, ebenso wie ein vielfältiges Gemeinschaftsleben. „Genießen Sie den Vorteil einer Eigentumswohnung mit den Annehmlichkeiten einer Wohngruppe“, heißt es dazu auf der Homepage www.gemeinsam-wohnen-in-werne.de. Jeder treffe für sein Eigentum zudem Vorsorge für den Verkaufs- oder Erbfall, dass die neuen Mieter oder Eigentümer ebenfalls Interesse an dem Gemeinschaftsprojekt haben.

Die drei Gebäude sind unterkellert und verfügen jeweils über Erdgeschoss und zwei Etagen, die durch großzügig geschnittene Laubengänge verbunden sind. Ein Aufzug und eine barrierearme Ausstattung gehören zur nachhaltigen, gesunden Bauweise. Die Klimaschutzsiedlung erfüllt den Energiestandard für Neubauten KFW 40 plus und ist nahezu frei von CO2-Ausstoß, erklärte Drohmann.

Auf den Dächern der Gebäude in Holzständer-Bauweise befinden sich Photovoltaikanlagen zur eigenen Energieerzeugung. „Die Heizkosten sind sehr gering“, betonte er. Die Kosten für den Bau werden unter den Beteiligten aufgeteilt. Aufgrund des hohen Energiestandards sind Förderungen möglich.

„Wir sind eine bunte Truppe“, schildert Winfried Hoch die künftigen Bewohner, die eine Gemeinschaftswohnung plus Terrasse und ein Gästeappartement nutzen können: Für Yoga, Treffen, Geburtstagsfeiern und für ein Quartier, wenn Gäste kommen. Auch in die Gestaltung und Pflege des Gartens kann man sich einbringen. „Man kann, aber man muss nicht“, erläuterte Drohmann, dass jeder die Art und Intensität der Gemeinschaftsbeiträge dosieren und partielle Aufgaben beisteuern könne. Im Keller werde übrigens eine Modelleisenbahn ihre Runden drehen, hieß es. Außerdem gebe es eine kleine Werkstatt und viel Platz für Fahrräder.

Die künftigen Bewohner sind zwischen 30 und 70 Jahren alt, allerdings überwiege noch der Anteil der Älteren. Die Mitglieder der Baugruppe sollten zueinander passen. Seit der ersten Idee 2016 gab es auch schon viele Gelegenheiten, sich kennenzulernen, berichtete Christine de Sousa Novo.

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