Stellten das Projekt vor (von links): Michael Zurhorst, Wolfgang Bille (beide Lionsclub), Alexander Ruhe (Dezernent), Kerstin Obrikat (VHS, Integration) und Monika Frantzmann (Jugendhilfe). Foto: Gaby Brüggemann
Stellten das Projekt vor (von links): Michael Zurhorst, Wolfgang Bille (beide Lionsclub), Alexander Ruhe (Dezernent), Kerstin Obrikat (VHS, Integration) und Monika Frantzmann (Jugendhilfe). Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Morgens Schule, nachmittags Ferienspaß – So lässt sich das dreiwöchige Förderprojekt für 25 Jungen und Mädchen aus den weiterführenden Schulen auf den Punkt bringen, das am kommenden Montag, 20. Juli, beginnt. Bis zum Ferienende werden sie von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr ganztags in kleinen Lerngruppen und mit viel individueller Betreuung am Standort Marga-Spiegel-Schule unterrichtet.

Doch nicht nur Lernen ist angesagt, am Nachmittag stehen Spiele und Unterhaltung an. Nicht zuletzt, weil Wernutopia diesmal nur in abgespeckter Form mit etwa 80 statt 150 Kindern stattfinden kann, kommt das Projekt nun Kindern zugute, die während der Corona-Krise besonders leiden mussten. Das berichtete heute (Mittwoch) Alexander Ruhe, Dezernent Jugend, Familie und Bildung, im gemeinsamen Pressegespräch mit dem Lionsclub Werne in Westfalen und Kooperationspartner Jugendhilfe Werne in den Räumen der Volkshochschule.

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Finanziert wird das Projekt zu je 5.000 Euro von der Stadt Werne und vom Lionsclub Werne in Westfalen. Ferner fließen Landesmittel, die Schulministerin Yvonne Gebauer vor den Sommerferien noch kurzfristig bereitgestellt hatte.

Mit dem nun rechtzeitig umgesetzten Projektangebot befinde man sich im Kreis Unna außerhalb der Norm, ordnete Ruhe mit Blick auf die Aktion erfreut ein. „Das ist ein Mehrwert für Kinder, Eltern und Schulen.“

„Der Anstoß kam vom Lionsclub“, schilderte Michael Zurhorst zu den Überlegungen der Mitglieder im Vorfeld. „Denn nicht alle Kinder sind so durch die Corona-Krise gekommen, dass sie etwaige Leistungsnachteile ausgleichen könnten.“ Ein solches Förderprojekt der Stadt Werne würde man finanziell unterstützen, lautete deshalb das Signal des Clubs in Richtung Verwaltung. Dahinter stehe das Ziel, Defizite bei weniger gut geförderten Kindern zu vermeiden und rechtzeitig gegenzusteuern, hieß es sinngemäß. Denn solche Defizit könnten sich weiter bis in die Ausbildung ziehen.

Für das Förderprojekt wurden Kinder von ihren Schulen vorgeschlagen und den Eltern deren Teilnahme angeboten. Die Schüler, die größtenteils die Jahrgangsstufen 5 und 6 besuchen, werden von dem beauftragten Verein für Lernförderung „Chancenwerkstatt“ in den Hauptfächern unterrichtet und gefördert. In den kleinen Gruppen werden sie individuell wahrgenommen, hieß es ferner zum Konzept.

Mit der Aufteilung in kleine Gruppen werden zudem die Hygiene-Anforderungen und Abstandsregeln zu Corona erfüllt. Dazu gehöre auch ein regelmäßiger Reinigungsbetrieb in der Marga-Spiegel-Schule.

Der Caterer sorgt für die Mittagsmahlzeiten. Sollten Eltern nicht in der Lage sein, die Kosten zu übernehmen, greife hier das Teilhabegesetz, erklärte Monika Frantzmann. Die Jugendhilfe Werne stelle einen Schulsozialarbeiter zur Verfügung, berichtete sie weiter. An drei Nachmittagen pro Woche werde etwa ein Zauberer oder auch ein Besuch im Museum für Ferien-Kurzweil der Kinder sorgen.

Das Land NRW überlege derzeit, nach den Sommerferien auch die Grundschulkinder zu fördern, informierte Alexander Ruhe. Vom Schulstart bis zu den Herbstferien sei ein freiwilliges Nachmittagsangebot für die Primarstufe angedacht. Hier solle dann der Deutschunterricht im Vordergrund stehen. „Das wird von allen drei Schulleitungen begrüßt“, ergänzte der Dezernent.

Vom Lionsclub könnte es dafür zusätzliche Gelder geben, zeigte sich Präsident Wolfgang Bille angesichts der eindeutigen Zustimmung der Mitglieder in der Sache überzeugt.

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