Schwester Benedikte engagiert sich in der Wohn- und Pflegegemeinschaft St. Katharina Werne. Foto: Jörg Stengl
Schwester Benedikte engagiert sich in der Wohn- und Pflegegemeinschaft St. Katharina Werne. Foto: Jörg Stengl
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Werne. Heimweh und die Angst, dass die Kinder und Enkel nie mehr zu Besuch kommen: In Seniorenheimen dürfen die Bewohner in Zeiten der Pandemie selten Familienmitglieder empfangen. Schwester Benedikte möchte Abhilfe leisten. Seit 53 Jahren ist sie Ordensschwester, seit Anfang des Jahres Seelsorgerin im Seniorenzentrum St. Katharina in Werne. „Ich versuche, die Leute abzulenken. Wir reden über die unterschiedlichsten Dinge“, sagt die 73-Jährige. Die Mauritzer Franziskanerin besucht täglich jede der neun Wohngruppen im Seniorenheim.

„Mich interessieren die Menschen, ihre Schicksale. Manchmal fließen Tränen im Gespräch, manchmal freuen die Bewohner sich auch einfach, mich zu sehen“, so die Seelsorgerin. Schwester Benedikte ist nach dem Weggang von Schwester Marita (Küsterin St. Christophorus), Schwester Gudrun (Küsterin St. Johannes/Mitarbeiterin Kita St. Johannes) und Schwester Rainette (St. Katharina) zurzeit die einzige Franziskaner-Schwester in Werne. Der Zuwachs sei gering und das Durchschnittsalter der Gemeinschaft läge bei 82 Jahren. Auch würden häufiger Frauen mit bereits abgeschlossener Berufsausbildung in den Orden treten, die andere Bereiche abdecken, als die Seelsorge. Doch diese sei, gerade in dieser Zeit, sehr wichtig. „Die Bewohner haben Angst, sich anzustecken oder ins Krankenhaus zu kommen, wo sie erst recht niemand besuchen kann. Es ist eine harte Zeit“.

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Die 73-Jährige wohnt in Werne erstmals alleine in einer Privatwohnung. „Ich bin gerne allein. Aber in der Pandemie ist selbst mir das zu viel“, erzählt sie. Auch das geplante Weihnachtsfest in ihrer Gemeinschaft in Münster muss aufgrund des Virus ausfallen. Auf die bevorstehenden Feiertage freut sie sich trotzdem: „An Heilig Abend wird es einen Gottesdienst in der Kapelle geben, wir sprechen das Weihnachtsevangelium und legen das Christkind in die Krippe. Danach essen wir im Haus gemeinsam. Und das klingt doch auch vielversprechend.“

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