Die Brennerei und Hefefabrik Moormann um 1960 zeigt das Stromkasten-Motiv, das Heidelore Fertig-Möller, Rolf Strohmenger, Gottfried Forstmann und Marita Gräve vorzeigen. Foto: Gaby Brüggemann
Die Brennerei und Hefefabrik Moormann um 1960 zeigt das Stromkasten-Motiv, das Heidelore Fertig-Möller, Rolf Strohmenger, Gottfried Forstmann und Marita Gräve vorzeigen. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Werne zählt zu den Städten mit historischem Stadtkern und kann mit einer großen Zahl denkmalgeschützter Gebäude wie etwa dem Alten Rathaus, dem Kirchplatz-Ensemble mit der St.-Christophorus-Kirche, Wärmehäuschen und dem Altem Amtshaus (Museum) punkten.

Dass Einheimische wie Auswärtige aber sozusagen im Vorbeigehen einen Blick in Wernes Vergangenheit werfen können, ist der Aktion „Alt-Werne, neu entdeckt“ von Verkehrsverein und dem Förderverein Stadtmuseum zu verdanken. Denn überall im Stadtkern wurden ansonsten unscheinbar graue Schaltkästen mit großformatigen Folien historischer Fotos versehen. 50 Stromkästen sind es nun geworden, die Bildmotive aus der Zeit von 1900 bis 2013 tragen. Zu sehen sind darauf längst verschwundene Gebäude- und Straßenansichten, aber auch noch heute gut erkennbare Stadtszenen.

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Die drei letzten Fotos, mit denen die „50“ vollendet wurde, zeigen den alten Domhof (Gasse zwischen Griesetorn-Parkplatz und Steinstraße), die Moormann´sche Brennerei und Hefefabrik in der Stadtmitte und die Steinstraße in den 1920er Jahren (Höhe ehemalige Gaststätte Möllenbrink), berichteten die Vorsitzenden Gottfried Forstmann, Heidelore Fertig-Möller, Geschäftsführerin Marita Gräve und Ehrenvorsitzender Rolf Strohmenger jetzt in den Räumen des Verkehrsvereins am Roggenmarkt.

Die passenden Kurz-Infos zu den Fotos können interessierte Betrachter über einen QR-Code abrufen, mit denen die Geschäftsführerin inzwischen alle Stromkasten-Motive versehen hat. Mit im Bunde sind Roland Neijenhoff, der das fachgerechte Aufbringen der Bildfolien übernahm, und Uwe Wittenberg, der neben der App vor allem für die Erstellung der Homepage verantwortlich zeichnet. In der App kann man Wissenswertes zu den Fotos nachlesen. So heißt es zu dem Foto auf dem Stromkasten am Griesetorn: „Auf diesem kleinen Parkplatz befand sich bis Ende der 60er Jahre der sogenannte Domhof, ein Fachwerkgebäude, fast 1.000 Jahre alt, das der Bischof von Münster (…) errichten ließ. Im 20. Jahrhundert waren dort auch Teile der Stadtverwaltung untergebracht, ehe er dann im Zuge der Stadtkernsanierung abgerissen wurde.“

Ihren Anfang nahm die Aktion bereits 2015. Pro Jahr wurden so cirka zehn Stromkästen optisch aufgewertet, schilderte Gottfried Forstmann. Auch der finanzielle Aufwand ist mit 5.000 Euro beachtlich, jeweils 500 Euro für Wartung und Beseitigung von Schäden kommen jährlich hinzu. Mit der Aktion der Ehrenamtler gehört Werne zu einer kleinen Zahl von Städten, die ihr Stadtbild auf diese Weise verschönert haben. „50 Stromkästen mit Fotos hat aber keine andere Stadt“, betonte Heidelore Fertig-Möller stolz. Die Resonanz bei Einheimischen wie Touristen sei durchweg positiv. Mit der Zahl von 50 wolle man es jetzt belassen, ergänzte Gottfried Forstmann auch mit Blick auf die Kosten.

Informationen zu „Alt-Werne, neu entdeckt“, gibt es beim Verkehrsverein am Roggenmarkt 13. Wer auf eigene Faust auf Entdeckungstour durch Wernes Geschichte gehen möchte, kann sich den kostenlosen Plan mit den Standorten der Stromkästen und den Kurz-Infos auf der Rückseite abholen. Eine Führung zu einigen der bemerkenswertesten Stromkästen-Fotos zwischen 1900 und 1960 kann man ebenfalls beim Verkehrsverein Werne buchen. Öffnungszeiten: Dienstag und Freitag 10 bis 12 Uhr (Angaben vorbehaltlich neuer Corona-Beschränkungen). Mehr Infos: www.verkehrsverein-werne.de

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