Starkes Zeichen gegen Rechts – Werne zeigt sich bunt und solidarisch

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Werne. Rund 2.000 Menschen füllten am Samstagnachmittag (10. Februar 2024) den Werner Marktplatz, die Steinstraße und den Durchgang zum Kirchplatz und setzten so ein starkes Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus, Hass und Hetze und für eine bunte, vielfältige und solidarische Gesellschaft.

Entsprechend bejubelt wurde die Schätzung von der Bühne über die beeindruckende Teilnehmerzahl. Anlass der Demonstration war die Recherche des Medienhauses Correctiv über Pläne zur Massenausweisung von Menschen mit ausländischen Wurzeln

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Das Werner Bündnis gegen Rechts (WbGR) hatte zu der Kundgebung aufgerufen und ein breites Abbild der Stadtgesellschaft zeigte Präsenz. 39 Gruppen, Vereine, Parteien, katholische und evangelische Kirche und Gewerkschaften machten unmissverständlich klar, dass sie sich nicht spalten lassen wollen. „Fasst unser Freunde nicht an, fasst unsere Mitmenschen nicht an, fasst unsere Kolleg/innen nicht an“, appellierte Philipp Müller vom WbgR an alle, aufeinander aufzupassen.

Flagge zeigen für Menschenrechte und Demokratie – Stimmen

„Das ist ein großartiges buntes Bild. Schön, dass ihr da seid“, begrüßte Bürgermeister Lothar Christ die Menschenmenge vor dem historischen Alten Rathaus, die neben Werner Bürger/innen auch aus Teilnehmenden aus Lünen, Bergkamen und Hamm zusammensetzte. Als Privatperson wolle er Flagge zeigen, leitete er seine kämpferische Rede ein. Ein zweites Mal wie 1933 dürfe man nie wieder zulassen.

Vor 86 Jahren sei hier auf diesem Marktplatz die NSDAP zum Parteitag aufmarschiert, hingen Hakenkreuzfahnen aus den Fenstern und ein übergroßes Hitler-Foto an der Fassade.

Heute gingen endlich Hunderttausende gegen die Abschiebepläne für Millionen von Menschen auf die Straße. „Nie wieder ist jetzt, wir brauchen keine Alternative“, rief er und zeichnete ein offenes und vielfältiges Bild von Werne.

Vor Hass und Hetze flüchtete  Emanuel Gill aus Pakistan nach Werne.
Vor Hass und Hetze flüchtete Emanuel Gill aus Pakistan nach Werne.

Wir müssen mit unseren Kindern reden

Eine emotionale Botschaft richtete Emanuel Gill an alle Demo-Teilnehmer. Der Pakistaner kam mit seiner Familie vor sieben Jahren nach Deutschland. Hass bringe neuen Hass und Zerstörung. Er sei ebenfalls ein Opfer von Hass und deshalb geflüchtet. Gill, der in der Altenpflege arbeitet, wies auf rechte Einfluss auf junge Leute in den sozialen Medien hin. „Wir müssen mit unseren Kindern reden“, sagte unter großen Applaus er. „Ich bin Deutschland sehr dankbar für die neue Chance“, versicherte er.

In Vielfalt von einander lernen

Der evangelische Pfarrer Alexander Meese rief dazu auf, Kante zu zeigen gegen Populismus, Antisemitismus. Seit Jahrzehnte lebe man in Werne mit und ohne Einwanderungsgeschichte zusammen, sagte er und berief sich das Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Er wünsche sich eine Gesellschaft, die Schwächere mittrage und dass man in Vielfalt voneinander lerne.

Bunt und vielfältig in der Gemeinde

Pfarrdechant Jürgen Schäfer beschwor die Vielfalt in der Gemeinde, zu der zwei vietnamesische Familien, Menschen aus Nigeria, aus Osteuropa, Spanien, der Dominikanischen Republik gehörten. Das sei die Wirklichkeit und ganz normal. Das Personal in den vier katholischen Kitas spreche in 16 Sprachen. „Wir sind ein bunter Haufen, bunt wie Konfetti. Und das macht Spaß“, betonte er und ergänzte: „Das ist ein riesengroßer Reichtum“.

Eine bunte, aufgeschlossene Gesellschaft ist immer - und nicht nur im Karneval - die Basis der Demokratie.
Eine bunte, aufgeschlossene Gesellschaft ist immer – und nicht nur im Karneval – die Basis der Demokratie.

Mit demokratischen Selbstbewusstsein gegen das Erstarken der Rechten

Für das Bündnis gegen Rechts griff David Storksberger zum Mikrofon. Die Demokratie sei wieder in Gefahr, verwies er auf das Potsdamer Geheimtreffen und dort diskutierten Plänen zur Massenausweisungen. Die AfD sei keine Alternative. Deren Erstarken müsse man mit einem neuen demokratischen Selbstbewusstsein begegnen, dazu gehöre auch ein Mindestmaß an Moral.

Was kann man tun?

Möglichkeiten, im eigenen Umfeld etwas zu tun, schilderte Philipp Müller. „Wählen gehen“, hieß es unter anderem. Die Werner Parteien zeigten klare Kante gegen Rechts, sagte er. Auch im Alltag könne man sich gerade machen und gegen rechte Hetze wehren. Das gehe am besten gemeinsam. „Es liegt wirklich an uns, es kommt auf uns alle an“, appellierte er zum Schluss der Kundegebung und bedankte sich bei allen Unterstützern.

Nächste Demonstration in Ascheberg

Am Samstag, 17. Februar 2024, beginnt um 11 Uhr eine weitere Demonstration auf dem Katharinenplatz in der Nachbargemeinde Ascheberg.

Laut Auskunft der Polizei gab es zu Beginn der Veranstaltung einige Störversuche. Im großen und ganzen verlief die Kundgebung aber ohne Zwischenfälle.

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