Vir­tuosität, Dynamik und Harmonik: Schoener glänzt an der Orgel

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Werne. Am vergangenen Sonntag präsentierte die Stiftung Musica Sacra Westfalica in der Christophoruskir­che einen weiteren Höhepunkt ihres Jahresprogramms. Der frühere Musikdirektor am Hamburger Michel, Prof. Christoph Schoener, glänzte mit einem herausragenden Orgelkonzert.

In der gutbesetz­ten Kirche verfolgten die Zuhörer ein hochkarätiges Orgelprogramm. Den Rahmen bildete Johann Sebastian Bachs Passacaglia in c-moll sowie Introduktion, Passacaglia und Fuge von Max Reger. Schoener spielte das große Bachwerk zupackend, mit klarer Phrasierung und Akzentuierung.

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Er be­wies, dass Bach trotz des großen Nachhalls der Christophoruskirche transparent, mit Erhabenheit und Virtuosität auch an der spätromantischen Seifert-Orgel zu spielen ist. Mit der Choralbearbei­tung des Wochenliedes für den Palmsonntag „Oh Mensch bewein dein Sünde groß“ zeigte Schoener ruhiger Farbgebung, aber immer nach vorne gehend, die meditative und besonnene Betrachtung des Leidens Christi.

Im Werk „Jésus accepte la souffrance“ (Jesus nimmt das Leiden an) von Olivier Messiaen ist von die­ser Sanftmut nichts mehr zu spüren. Wie Peitschenhiebe, wie Schreie in höchster Not und Verzweif­lung erklingen Akkordcluster, die immer wieder von ruhigeren resignierten Seufzer-Phasen unterbro­chen werden. Widerstand und Ergebung gegenüber dem unausweichlichen Tod gipfeln in einem strahlenden großen Dur-Akkord, der die Auferstehung Christi vorwegzunehmen scheint.

Mit dem komplexen Hauptwerk des Abends von Max Reger zeigt Schoener die ganze Palette an Vir­tuosität, Dynamik und Harmonik, die dieses fulminante Werk zu bieten haten. Schöner tariert fast jeden einzelnen Takt aus und bringt die Farbigkeit der Orgel mit ihren 55 Register zum Strahlen. Nach dem grandiosen Schluss der Doppelfuge bedankt sich das begeisterte Publikum mit stehenden Ovati­onen. Als zurückgenommene Zugabe erfreut Schoener mit einem zarten Mozartwerk für Glasharmo­nika.

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