An(ge)dacht: Acht Kerzen gegen Hoffnungslosigkeit

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Werne. Im dunkelsten Monat des Jahres gibt es zwei Lichterfeste, die von der Güte und Gnade Gottes an seinen Menschen, an seinem Volk berichten. Das christliche Fest ist Weihnachten. Die Juden feiern weltweit ebenfalls im Dezember das Chanukka-Fest.

In diesem Jahr fällt der Termin für das jüdische Lichterfest auf die Tage zwischen dem 18. und dem 26. Dezember. Obwohl auch jüdische Kinder an Chanukka Geschenke bekommen, Glückwunschkarten ausgetauscht werden und in manchen jüdischen Wohnungen geschmückte Tannenbäume stehen, ist eine enge Verzahnung beider Feste zu „Weihnukkah“ nicht möglich.

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Warum wird Chanukka gefeiert?

Mit dem achttägigen Lichterfest erinnern die Juden weltweit an ein Wunder im Tempel. Details sind in den beiden apokryphen Büchern der Makkabäer zu finden, die in jeder katholischen und auch in manchen evangelischen Bibeln zu finden sind.  Nachdem es den Makkabäern, der jüdischen Widerstandsbewegung,  gelungen war, die griechische Tyrannei abzuschütteln (164 v. Chr.), fanden sie in dem  von den Besatzern geschändeten Gotteshaus nur noch eine winzige Menge geweihtes Öl vor. Es hätte niemals als Brennstoff für den großen Leuchter gereicht, bis wieder genügend geweihtes Öl zur Verfügung gestanden hätte. Dank des Eingreifens Gottes reichte die winzige Menge Öl für acht Tage. Vor dem Hintergrund dieses Wunders  wird Chanukka ebenfalls acht Tage lang gefeiert. Christen übrigens kennen das Fest als „Tempelweihfest“ aus dem Neuen Testament, zu dem auch Jesus nach Jerusalem pilgerte (Joh.10, 22+23).

Auf dem achtarmigen Chanukka-Leuchter wird im Familienkreis an jedem Festtag, begleitet von einem Segensspruch eine weitere Kerze entzündet.  Weil das Fest so viel mit Öl zu tun hat, spiegelt sich das auch beim Essen und seiner Zubereitung wieder. Ihr Garwerden in Öl sichert den Latkes (Reibekuchen) und den Sufganiot (Berliner) als beliebten Leckerbissen einen vorderen Platz auf dem Essens- oder Kaffeetisch.

Was können alle Menschen aus dem jüdischen Fest lernen?

Man sollte in welcher Notlage auch immer nie verzweifeln, das Geschenk der Hoffnung kommt von Gott. Gerade diese Hoffnung hat das jüdische Volk trotz der bittersten Verfolgung, die je ein Volk über 2.000 Jahre erlebt hat, am Leben erhalten. Trotz dieser traumatischen Geschichte herrscht heute bei den Juden an Chanukka Lachen und offene Freude. Die Hoffnung führt zu einem positiven Blick in die Zukunft, die es jetzt zu gestalten gilt. Daran kann selbst der wiedererstarkte Antisemitismus und der Umstand, dass jüdische Einrichtungen nach wie vor von der Polizei geschützt werden müssen, nichts ändern.

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