Familien kämpfen für Wäldchen als Treffpunkt ihrer Kinder

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Werne. „Wir wollen hier spielen!“, „Warum versperrt man uns Kindern den Weg?“ – Mit diesen und noch weiteren Plakaten sowie in großer Anzahl protestierten Familien in der Hustebecke gegen die Anpflanzung einer Hecke.

Die Gruppe von Anwohnern fasst diese Maßnahme an der Ecke Vinzenzstraße/Nikolaus-Groß-Straße als dauerhaft geplante Sperrung des Waldstücks auf, denn hier befindet sich der einzige brennnesselfreie Zugang.

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„Seit elf Jahren haben die Kinder in dem Wäldchen gespielt. Das hat nie einen Nachbarn gestört“, sagt Annika Bruns. Das änderte sich, als einige Kinder und Jugendliche das Terrain zur BMX-Strecke umfunktionierten und eigene kleine Hügel anlegten. Es kam zur Konfrontation mit wenigen Anwohnern. Der Nachwuchs gab nach und zog sich mit seinen Mountainbikes zurück – auch weil das Errichten von baulichen Anlagen, wie beispielsweise Erdhaufen, in städtischen Waldgebietet nicht erlaubt ist.

Schon im März 2022 ließ die Verwaltung durch den Bauhof einen großen Baumstamm als Wegsperre am Waldeingang ablegen. Andrea Lambert betont: „Das Spielen, ja sogar das ‚normale‘ Radfahren, wurde den Kindern allerdings nicht verboten.“

Da standen die Pflöcke und die Hecke noch: Friedlich demonstrierten die Familien gegen die Maßnahme der Stadt Werne. Foto: Wagner

Umso überraschter zeigten sich die rund 15 Anwohner-Familien, als in der vergangenen Woche Mitarbeiter des Bauhofs anrückten, um zusätzlich eine Hainbuchenhecke zu setzen, die bis zu zwei Meter hoch wachsen kann. „Nach unseren Informationen haben weiterhin Abgrabungen stattgefunden, der Baumstamm wurde zur Seite geschoben und Dreck auf die Straße getragen“, begründete Christian Neugebauer aus der Abteilung Straßen und Verkehr die Maßnahme auf Nachfrage von WERNEplus. Zwei Anwohner-Familien hätten sich beschwert.

„Das ist an den Haaren herbeigezogen. Es gibt ja hier noch weitere direkte Nachbarn, die diese Vorwürfe nicht bestätigen können.“

Anwohnerin Eva Overtheil

Das bringt wiederum Eva Overtheil auf die Palme: „Das ist an den Haaren herbeigezogen. Es gibt ja hier noch weitere direkte Nachbarn, die diese Vorwürfe nicht bestätigen können.“ Die Kinder hätten selbst schon „ihr“ Wäldchen von Müll befreit. Für Annika Schulze Aquack sei die Heckenpflanzung ein Signal, den Kinder gänzlich das Spielen im Wäldchen zu verbieten.

Andrea Lambert ist schwer enttäuscht. Denn: „Uns wurde Ende März ein gemeinsames Treffen vorgeschlagen, um alle Wünsche und Anregungen vorzutragen. Stattdessen wird die Pflanzung einer Hecke angeordnet – über unsere Köpfe hinweg.“

Unbekannte Kinder sollen nach Zeugenaussagen die Hecke nur wenige Tage nach der Pflanzung und kurz nach der Protestaktion wieder entfernt haben. Foto: Privat

Der friedliche Protest der Familien erlebte am vergangenen Donnerstag (23.06.2022) einen herben Rückschlag. Unbekannte – nach Zeugenaussagen wohl Kinder oder Jugendliche – entfernten Pflöcke und Hecke. Die Elterngruppe, die für das Wäldchen als Treffpunkt ihrer Kinder kämpft, distanzierte sich von diesem „Eigentor“. Marco Overtheil bekräftigt: „Diese Aktion befürworten wir nicht und wollten sie auch nicht provozieren.“

Nach Auskunft von Christian Neugebauer werde nun erst einmal nicht sofort eine Neupflanzung beauftragt. Und auch die komplette Sperrung des Eingang durch die Hainbuchenhecke sei ein Missverständnis gewesen. „Es wird natürlich ein Stück freigehalten, damit die Kinder problemlos das Wäldchen zum Spielen betreten können“, versicherte der Mitarbeiter des Kommunalbetriebs Werne (KBW).

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